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Stadtgespraech


Hamburg-Mitte

14:04 Uhr | 12.08.2015

Anwohner & Aktivisten wollen soziokulturelles Zentrum schaffen

Zukunftsvision für das KoZe


*Aktualisiert 17:15 Uhr* Gekommen um zu Bleiben - So lautet die klare Botschaft des Kollektiven Zentrums (KoZe) im Münzviertel. Seit der Beinahe-Eskalation im Zuge der beginnenden Baumaßnahmen auf dem Gelände der ehemaligen Gehörlosenschule (Hamburg 1 berichtete) stellt sich die Frage, wie es denn nun weitergehen soll. Seitens der Finanzbehörde ist die Situation klar: Das Areal wird an einen Investor verkauft, der dort mehrere hundert Wohnungen bauen möchte. Die Anwohner des Viertels, zusammen mit den Aktivisten des Kollektiven Zentrums, haben jedoch andere Pläne und die wurden heute Mittag der Öffentlichkeit vorgestellt: Sie möchten ein selbstverwaltetes, soziokulturelles Zentrum im Münzviertel schaffen, ein Info- und Knotenpunkt für hilfebedürftige Menschen. Flüchtlinge sollen hier eine erste Anlaufstelle in Hamburg finden, Beratung erfahren und die Möglichkeit bekommen, die deutsche Sprache zu lernen. Außerdem soll bei der Suche nach einer Arbeit geholfen werden.

Aber auch den Problemen des Viertels soll engagiert begegnet werden. Das Kollektive Zentrum möchte alleinerziehende Eltern unterstützen, Menschen mit Handicap fördern und obdachlose Jugendliche von der Straße holen. Angedacht ist die Schaffung größerer Wohngemeinschaften, die sich auf gegenseitige Hilfe gründen. Ein solcher Ort sei eine Begegungsstätte für aktive Menschen aus der Nachbarschaft und biete die Möglichkeit der Vernetzung des Engagements. Viel besser, als hunderte überteuerte Microappartements für Studenten, finden die Aktivisten.


Heute allerdings, sieht die Situation in der Norderstraße noch ganz anders aus. Polizisten stehen auf dem Gelände und sorgen bei den Bewohnern für ein Gefühl der Beklemmung. "Die Polizei muss auf jeden Fall abgezogen werden - So können wir hier nicht unserer Arbeit machen", sagt Timo (Name von der Redaktion geändert) im Hamburg 1 Interview. Die Kommunikation mit den Behörden ist allerdings schwierig. "Man redet nicht mit uns" heißt es aus. Im Hamburg 1 Interview erklärt der Sprecher der Finanzbehörde Daniel Stricker, warum zwischen dem KoZe und der Behörde Funkstille herrscht:


Wenn es nach Christiane Schneider von DIE LINKE geht, ein unhaltbarer Zustand. Gerade im Fall KoZe müsse ein Dialog geführt werden, stehe er doch stellvertretend für den generellen Umgang der Stadt mit selbstverwalteten Freiräumen. "Es ist bedauerlich, dass die Stadt die Gespräche nicht fortsetzt.", so Schneider. Unter dem Motto „KoZe verteidigen“ ist für den Sonnabend eine Demonstration geplant.

Einen ausführlichen Bericht sehen Sie heute um 17 Uhr bei Hamburg 1 Aktuell.
Foto: Christiane Schneider

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